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Germanen

Ab ca. 80 BCE

Als Germanen wird eine Anzahl von ehemaligen Stämmen in Mitteleuropa und im südlichen Skandinavien bezeichnet, deren ethnische Identität in der Forschung traditionell über die Sprache bestimmt wird. Bezügl. des Begriffs „Germanoi/i“ werden sprachliche Wurzeln aus dem Lateinischen, Keltischen und Germanischen diskutiert.

Ab der Zeitenwende prägte der Kontakt mit den Römern die germanische Welt. Im Verlauf der Völkerwanderung kam es zu weitreichenden Zügen mehrerer germanischer Stämme (gentes) und Stammesverbände und schließlich zu deren Einfall in das Römische Reich. Einige dieser Gruppen gründeten Reiche nach antikem römischen Vorbild. Elemente der germanischen Religion und des religiösen Brauchtums wurden in das angenommene Christentum übertragen.

Als ältester, allerdings umstrittener, Beleg für das Wort „Germanen“ gelten die fasti triumphales zum Jahre 222 v. Chr. Zweifelsfrei genannt werden die Germanen um 80 v. Chr. bei Poseidonius von Apameia. Er bezog sich auf eine kleine Gruppe belgischer Stämme im belgisch-niederrheinischen Bereich auf ostrheinischer Seite. Ursprünglich wurden diese Völker für Kelten gehalten.

Um 51 v. Chr. prägte Caesar den Germanenbegriff, indem er den Rhein zur Kulturscheide zwischen Galliern westlich und Germanen östlich des Stromes erklärte. Bis dahin nahm man an, nördlich der Alpen würden im Westen die Kelten und im Osten - durch den Fluss Tanaïs (Don) getrennt - die Skythen leben. Tatsächlich siedelten keltische und germanische Stämme östl. und westl des Rheins. Archäologisch lässt sich lediglich das Gebiet der oppida abgrenzen.

Die älteste umfassend schriftlich belegte germanische Einzelsprache ist die gotische Sprache. Eigenschriftliche germanische Zeugnisse setzen um 200 n. Chr. mit den ältesten urnordischen Runeninschriften ein, die hauptsächlich als kultische Zeichen benutzt wurden.

Das Element der politischen und gesellschaftlichen Ordnung auf germanischem Gebiet waren die Stämme. Eine Stammesgemeinschaft verfügte über ein bestimmtes Siedlungsgebiet, auf dem auch Angehörige anderer ethnischer Gruppierungen leben konnten. Der Stamm besaß eine politische Führung und stellte eine Rechtegemeinschaft dar. Die gemeinsame Sprache, Brauchtum und religiöse Riten schufen ein Identitätsbewusstsein, dessen deutlichster Ausdruck ein Mythos der gemeinsamen Abstammung war. Ein monarchisches Königtum bildete sich erst im Frühmittelalter mit der Entstehung germanisch-romanischer Königreiche heraus.

Ab dem 2. Jhd. traten Großstämme als aggressive Gegner des römischen Imperiums und Träger der Völkerwanderungsreiche auf. Sie verflochten sich in unterschiedlicher Weise mit der mediterranen Hochkultur und beendeten die relative Einheit der Germanen zu Gunsten eigenständiger Entwicklungen. Der Germanenname verschwand aus den schriftlichen Quellen und wurde durch den der Großstämme ersetzt ( u. a. Alamannen, Burgunden, Franken, Goten, Gepiden, Langobarden, Markomannen, Sachsen, Thüringer, Angelsachsen und Vandalen). Sie bestimmten das Geschehen der Völkerwanderungszeit und bildeten die Grundlage der europäischen Völker- und Nationalstaatengeschichte.

Notiz am Rande: das einzige Volk, das sich nach antiker überlieferung selbst als Germanen bezeichnete, nämlich die caesarischen "Germani cisrhenani", waren nach heutiger Erkenntnis keine Germanen, sondern keltische Belger.

Wann aus den Germanen "Deutsche" wurden, ist schwer zu sagen. Heiliges Römisches Reich (lateinisch Sacrum Imperium Romanum oder Sacrum Romanum Imperium) war die offizielle Bezeichnung für den Herrschaftsbereich der römisch-deutschen Kaiser vom Mittelalter bis 1806. Der Name Sacrum Imperium ist für 1157 und der Titel Sacrum Romanum Imperium für 1254 erstmals urkundlich belegt. Der Zusatz Deutscher Nation (lateinisch Sacrum Imperium Romanum Nationis Germanicæ) wurde seit dem späten 15. Jahrhundert gebraucht. Das Adjektiv diutisc oder theodisk bedeutete ursprünglich soviel wie „zum Volk gehörig“ oder „die Sprache des Volkes sprechend“ und wurde seit spätkarolingischer Zeit zur Bezeichnung der nicht-romanischsprechenden Bevölkerung des Frankenreichs aber auch der Angelsachsen benutzt.

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